Von Melbourne nach Christchurch sind es nur drei Flugstunden. Aber auch nochmals 2 Zeitverschiebungsstunden, damit haben wir jetzt unseren Zeitvorsprung von 12 Stunden zusammen. Wie das zusammen passt – ich habe keine Ahnung. Max, eigentlich unser Zahlenmensch, ist sehr froh darüber, dass er jetzt nicht mehr rechnen muss, sondern es weiß.
Die Einreise nach Neuseeland geht schnell, ich muss noch das Wort content nachschlagen, damit ich auf dem Einreiseformular auch richtig antworte. Do you know the content of your baggage? Gepäckkontrolle und schon Erleichterung bei uns. Aber dann setzt sich doch so ein lieber schwarzer Retriever vor unseren Koffertrolley, und der Zollbeamte stellt sich dazu. Ich weiß sofort, es geht um die Tupperdosen mit unserem Nudelsalat. Ich hatte sie im Schnellzugriff-Seitenfach meines Rucksackes verpackt. Auspacken, und der Beamte rüpft die Nase und sagt: “Pizza!“ Wir lachen alle und dürfen gehen. Mehr passiert dann aber auch nicht an Kontrolle. Schnell ins Taxi, zum Hotel „Break Free“ und in die Schlafkammer. Alles ganz ohne Lekkerli, denn es ist ja inzwischen 2am am Samstag.
Wir sind gespannt auf Christchurch. Alle Tipps, die wir lasen, besagten 1 Tag reicht. Die Stadt ist immer noch ein Trümmerhaufen nach den Erdbeben von 2010 und 2011. Aber für uns ist es sehr spannend zu sehen, wie die Stadt die Chance nutzt, um Altlasten loszuwerden und sich zum Teil neu erfindet. Der Walk entlang des Rivers Ōtākaro/Avon durch die Stadt ist durch einheimische Art, auch Maori, gestaltet, altes wurde bewahrt und Räume für Erholung für alle Alter und alle Budgets geschaffen. Für mich ist der botanische Garten ein Highlight, wir sind im Sommer und es blühen so viele Blumen wie in meinem Garten. Unglaublich. Nicht nur die Blumen erinnern an zu Hause, es gibt hier ganz sicher Hansa Rostock Fans.
Die Transitional Kirche aus Recyclingmaterial lebt und ist ein Magnet. Die alte Kirche als Ruine steht im Mittelpunkt der Stadt nicht nur zur Erinnerung, sie wird wieder aufgebaut mit vielen originalen Elementen und soll isoliert vom Erdboden auf ihm verankert werden. So hat mein Englisch mir das erklärt. Vielleicht forsche ich noch danach. Ist schon interessant.
Die Schiffscontainer, die als Geschäfte in den letzten Jahren genutzt wurden, sind fast alle verschwunden. Wir sahen nur diesen einen Coffee-Container. Aber die Touristentram fährt schon wieder, und die Stadt verleitet zum Shoppen. Viele Marken sind da, auch unsere neuen Entdeckungen Lululemon und Macpak.
Auf unserem Abendspaziergang landen wir in einem Pool-PUB. Ist das eine einheimische oder eine touristische Stimmung? Ich weiß es nicht, wir genießen es total.
Dann ist schon Sonntag, Aufbruch zum Airport. SparksKarte, nein es wird Vodafone, besorgen: 10GB für 60A$. Der Router versteht die Karte und wir haben beide Wifi, falls der Router ein Telekommunikationsnetz findet. Danke, Max.
Flyer schaufeln, es soll viele Angebote darin geben. Nun gut, nicht so ergiebig. Die Touristinformationen und alle anderen öffentlichen Plätze versorgen uns auch sehr gut mit Informationen.
Und nun kommt JUCY!
29. Jan. 2019
In Europa mit einem Van herumfahren und Urlaub machen kann jeder. Nun sind wir hier am Anfang der Welt und leben in dieser kleinen Jucy. Der Slogan „Allways take the scenic route especially if you‘re lost„ auf unserem Auto passt zu uns, aber auch jeder andere Slogan eines Jucy-Campers würde passen.
Als wir das Auto in Empfang nahmen, unser Gepäck und die Einkäufe von PaknSave reinlegten, das Auto so was von voll war, keine Schlafstätte zu erahnen war, sagte keiner von uns etwas. Wir fuhren und achteten auf den Linksverkehr. 20 km vor dem Ziel machten wir die erste Pause und hatten einen Plan. Wir kaufen uns ein Zelt, damit das Gepäck im Zelt liegt und wir im Auto schlafen können.
CAMPERMATE bringt uns zu einem Campingplsatz auf Akaroa, eine Halbinsel vor Christchurch. Jucy muss sich echt über die Berge zur Onuku Farm Van Park quälen. Spektakulär steile Anstiege und fast einspurig. Der Platz ist fest in deutscher Hand – junge Menschen im Urlaub und solche wie wir im Sabbatjahr und ganz junge Menschen frisch vom ABI. Die ganze Anlage ist so lovely angeordnet und eingerichtet, dass wir uns für 2 Nächte entscheiden. Es ist eine gute Wahl, gutes WIFI, gute Duschen, supertolle Freiluftküche und Frühstück umgeben von freilaufenden Hühnern und Schafen. Aber dann wir sind schon gleich zwei Tage hinter unserem Plan zurück.
Um das Auto herum haben wir nach der Ankunft erstmals alles verteilt, was wieder in das Auto soll. Etwas umgepackt, dort ein Seitenfach gefunden, Kartons als Schubladen umfunktioniert und siehe da: Jucy nimmt alles auf und auch uns zum Schlafen. Zeltidee verworfen.
Wir wandern den RidgeWalk und gehen auf Coast up close Wildlife Adventure mit Tony. Leider sind wir beide sehr enttäuscht, denn mehr als nur 5 Delfinrücken, einige grüne Pinguine und Wellenreiten mit diesem kleinen Boot erleben wir nicht. Der Ozean - - ist nun mal kein Streichelzoo. Großartig ist die Kulisse trotzdem.
30. Jan. 2019
6. Feb. 2019
7. Feb. 2019
Das Fjordland zu verlassen fällt nicht schwer, ist die Anfahrt nach Queenstown doch auch wieder spektakulär. Wasser und Berge und blauer Himmel mit Federwolken. Da ich nun nach Saschas Tipps auch so mit Campermate umgehen kann, dass wir lovely Plätze finden, können wir nach dem Einkauf bei PaknSave und Warehouse eine Pause an einem Spot einlegen, der gar nicht ahnen lässt, dass wir in einer richtigen Stadt sind. Direkt am See ein Public BBQ mit Infrastruktur – also Trinkwasser und gepflegte Toiletten. Einmal mehr fühle ich mich angesprochen bei der Gestaltung von Campermate mitzumachen, denn es fehlen eine Reihe von Fotos zu den einzelnen Spots.
Campermate sagt aber auch nicht alles, wir fahren einen Platz Nahe Queenstown an. Günstig und Infrastruktur – eigentlich gleich ein Fragezeichen in dieser Gegend. Der Platz ist so unsauber, so unorganisiert und verkifft, dass wir weiter über die CrownRangeRoad nach Wanaka fahren. Gute Idee – nur in der ersten Nacht stehen wir auf einem Naturplatz mit Infrastruktur, aber gar kein Netz. Weder Vodafone noch bezahltes Wifi ist erreichbar. André hatte sich nach 3 Tagen Pampa sehr darauf gefreut. Der Jucy-Segen hängt schief.
Am nächsten Morgen fahren wir gleich zum Kiwi Holiday-Park in Wanaka. Dort ist man über unsere Anreisezeit 10am so überrascht, dass wir Smaltalk führen müssen. Bekomme von André hinterher ein dickes Lob, freue mich. Es wird auch mit der Sprache immer besser, mache mir immer weniger Gedanken, dass etwas falsch sein könnte. I made it. I make it. What ever.
Nun sind wir im Urlaub vom Sabbat. Ganz ruhige Tage, die jeder von uns so gestaltet, wie man will. André am, im und auf dem Wasser sportlich und zum Fotografieren. Ich fotografiere auch, bin aber auf Wanderung zum Roys Peak. Unbelievable beautiful, hard word, very steep.
Am Abend gehen wir zusammen ans Wasser. Milchstrasse und den WanakaTree fotografieren. Wierder ein spot mit vielen Chinesen ... Egal, ich fotografiere meine erste Milchstrasse mit dem Kreuz des Süden und dem Kohlesack!
Jetzt sitze ich hier und bin in Gedanken bei der Arbeit. Ich MUSS einiges im Blogg nacharbeiten und das fühlt sich an wie Klausuren abarbeiten. Es kommt etwas Neues, aber ich bin noch nicht mit dem Alten fertig. Außerdem habe ich Schulmails zum Halbjahreswechsel gelesen und bin traurig.
13. Feb. 2019
Als wir aus Wanaka starten, ist meine Laune gar nicht gut. So richtig weiß ich jetzt nicht, was kommt, habe auch keine Vorstellungen. Campermate empfiehlt auf dieser Autotour von ca. 300km, 5 Zeitstunden einige kurze Wanderungen. Und da grummelt es zwischen uns, ich will anhalten und spazieren, André als Fahrer will ankommen. Beides sicher zu verstehen.
Der Titel dieses Blogkapitels „Meer geht immer“ beschreibt uns und unsere Reise hier in Neuseeland treffend.
Wir erreichen nach dem Haast Pass und einer Reihe von One Lane Bridge das Tasmanische Meer. Volle Ursprünglichkeit, trockenes Holz, weicher weißer Sand und Kaffeepause … Dann ist alles wieder gut, ohne groß Reden.
Im Fox Glacier Village bekommen wir eine gute Unterkunft für 40N$. (Später werden wir geiziger – 40N$ für eine Campernacht sind viel.)
Gleich wieder los und zum Fox Gletscher. Eine Wanderstunde und 380 Höhenmeter später stehen wir vor dieser dunkelgrauen schmutzigen geröllartigen Masse Gletschereis. Die Heilkopter kreisen wie auf einem Kreisverkehr. Ein Hinweisschild besagt, wer den Gletscher in Ruhe besuchen will, sollte vor 8am oder nach 6pm kommen, dann fliegen keine Helis. Wir haben beide kein Interesse an solchen Rundflügen – Umweltschutz, Geiz, Höhenangst, Respekt vor der Natur? Alles zusammen vielleicht. Jedenfalls ist der Gletscher aus der Ferne besser zu sehen, als direkt (250m) davor zu stehen. Ok, die Fotos aus der Luft sind sicher spektakulärer. Die Informationen über die Größe dieser Gletscherzunge entlang des Wanderweges lassen erahnen, was für eine Menge Eis und Wasser in den letzten Jahren hier abgeflossen ist. Nein, nicht erahnen, es ist unvorstellbar.
André schaut abends auf die Wetterapp – 80%
Regenwahrscheinlichkeit für morgen. In diesem Gebiet zwischen Gletscher und Regenwald ist es sicher kein Seltenheit, aber wir wollen um den Lake Matheson laufen, um den View der Views für Reflektionen zu erreichen.
„50% aller Probleme lösen sich von allein!“, J. M.
Neben uns campen sehr laut hantierende Frühaufsteher, also stehen wir auch auf und sind pünktlich am See. Tief beeindruckt von dieser Kulisse, nehme ich das Zitat von Albert Einstein erst viel später war. Es fühlt sich so richtig an. Besonders verstärkt noch, da uns nach unserer Fotosession viele Touristen entgegen kommen, die den, nun in den Wolken verschwundenen, Mt Cook und Mt Tasman nicht mehr sehen werden.
Auf unserem Weg nach Goldsborough vertrauen wir wieder den Tipps auf Campermate und erleben einen kurzen Walk durch einen Regenwald, der direkt am menschenleeren Strand an der Tasmanischen See endet. Picknick und Strandspaziergang. Vom Regenwald beeindruckt gehen wir auch noch den Tunnel Terrace Track bevor uns der kleine Campingplatz mit Schwan (M-V) Charakter gefangen nimmt. Man klärt uns auf, diese Chicken sind keine Kiwis. Erspannter Abend.
Nach kurzen Zwischenstopps bei den Pancake Rocks und am Cape Foulwind und Einkaufen bei NewWorld (wir werden Clubmembers) erreichen wir einen landschaftlich sehr schön gelegenen See. André hat leider nichts von der Landschaft – er bleibt im Auto und ich kämpfe beim Kochen gegen Hummeln und Sandflies. Von diesen Stichen habe ich lange etwas, hätte aber schlimmer sein können. Morgens Frühstück im Auto, aber es steht so, dass wir den die schwarzen Schwäne im Morgennebel auf dem Lake Rotoroa beobachten können. Ungewaschen, weder wir noch das Geschirr, weg von hier.
14. Feb. 2019
16. Feb. 2019
Fast 3000km sind wir auf der Südinsel gefahren. Für einige Strecken gibt es keinen Exit, da muss man wieder zurück. Aber wie beim Wandern auf einem Return-Walk wirkt die Hin-Strecke ganz anders als die Rück-Strecke. Ist ja auch ein anderer Blick.
Uns hat die Südinsel sehr sehr beeindruckt, wir sind traurig. Es geht mit diesem Abschied auch eine weitere Etappe zu Ende.
Die Vorfreude und die Erwartungen an die Nordinsel sind noch sehr klein. Also lassen wir uns überraschen und freuen uns auf die Hauptstadt, in die wir gleich mit der BlueBridge Fähre einlaufen werden.
Das wir uns, trotz Mehrkosten, für das Mitnehmen unserer Jucy auf die Fähre und auf die Nordinsel entschieden haben, genieße ich sehr. Nicht vorzustellen, wo das alles, was sich inzwischen in der Jucy angesammelt hat, hätte im Gepäck Platz finden sollen.