18. Feb. 2019
Mit den Zwischenstopps Whanganui und Hawera erleben wir authentisches NZL. In Whaganui ein Sonntagsmarkt mit lekker Speisen, selbstgemachtes, und typische Handwerkwerkskunst. In Hawera eine Stadt, in der sonntags die Fußwege hochgeklappt sind, aber mit einem wundervollen kleinen Park. Wäsche und Kochen auf einem kleinen aber vollständig ausgestattetem Platz und vorbereiten auf die Wanderung am Taranaki.
Von den DawsonFalls durch den Koboldwald geht es Stufe um Stufe nach oben und in den Nebel. 500 Höhenmeter für André, 700 für mich, aber ich muss dann auch aufgeben. Einen Geröllanstieg komme ich vielleicht hoch, aber bei Nebel gewiß nicht wieder sicher runter. Trotzdem sehr intensive Eindrücke und spürbar bleibende für uns beide – Muskelkater in den Waden vom feinsten.
Dann zum Campen: „Very nice View of the beach. Basic toilet facilities.(Flush is not very strong though). But is very sad to see self-contained vehicle occupy the 5 parking spaces for non SC-vehicle.“
So heißt es bei CamperMate. André hat den Platz gefunden und er ist for free! Aber hat er auch verstanden, was uns der Kommentar in der App sagt? Braucht er nicht, denn wir kommen an einem Sonntag an. Der Platz ist total belebt von Einheimischen. Man erkennt gar nichts. Jedenfalls zum Anfang. Endlich finden wir vier dieser fünf Plätze, und alle sind besetzt. Wir wollen das freedomCamping beachten, also sind wir verunsichert. Ich suche noch den 5. Platz mit diesem sehr irreführenden Schild, während André schon mit Schweizern im SC-Camper diskutiert und eine Abmachung trifft: Wir tauschen, wenn der Ranger kommt. Aber genau in diesem Moment entdecke ich den 5. NSC Platz, direkt neben einer Maori-Großfamilie im Sonntagsausflugmodus. Tolle Beobachtungen und ein Stellplatz, der zum Bleiben einlädt.
Abends am Beach sehen wir auch, dass unglaubliches zusammen trifft: Vulkan Taranki, Beach Richtung Westen, Sundowner, Flußmündung mit Gezeitenwechsel. Fotos über Fotos, wie viele schaffen es in die Auswahl?
Der Park ist nun fast leer, es laufen aber noch junge Leute aus HH rum. Sie sind mit NSC Autos unterwegs und brauchen genau die zwei Plätze, die noch von SC-Camper besetzt sind. Mit einer bewundernswerten Beharrlichkeit rufen sie den Ranger an, diskutieren mit den anderen Campern und bekommen die NSC Plätze. Spannend zu beobachten und für uns sehr interessant, sind wir beide doch viel zu oft zu shy ;) (hört sich besser an).
Ein Tag am Strand mit Wanderung und Stadtbummel durch den Ort Oakura, der am Surfhighway 45 liegt und dies auch gut in Szene setzt. Da unsere App Travelspend uns immer noch warnt, „Du gibst dein Budget zu schnell aus.“ schaffen es diese Andenken nur auf die Fotos.
Zurück im CorbettPark großer Menschenauflauf. Eine ganze Region von 5 Jahren Alter bis ins Erwachsene ca. 50 Jahre treffen sich dort. Es wird Rugby nach einfachen Regeln gespielt. Ja, die ganze Kiwifamilie spielt Rugby von klein bis groß. Jetzt muss es echt mal hier im Blog stehen – unbelievable!
Abends wieder Tasmanisches Meer mit Gezeiten und große innere Zufriedenheit. Was machen wir morgen? Geht noch mehr als hier schon?
22. Feb. 2019
André fragt immer öfter, wenn wir einen Ort verlassen, was soll denn jetzt noch kommen? Also darf nicht nur das Ziel ein Ziel sein, sondern auch der Weg dorthin soll ein Erlebnis sein.
Forgotton World Highway – hört sich sich schon gut an. Den Flyer, den ich dazu gefunden habe, schafft es auch ins Gepäck nach Hause. Das war eine Strecke – grüne Wiesen, Schafe, weiche Hügel, Gravelroad, Rindviecher, kaum Autos, einige Sattel mit tollen Ausblicken – von 155 km, die in mir wieder eine tiefe Demut vor der Natur hervorrief. Ich wollte nicht, dass der Highway zu Ende geht. Aber schließlich kamen wir im Gebiet von Whakapapa an. Keine Zeit traurig zu sein, denn die Vulkane Tongariro mit Ngauruhoe und Ruapehu ragten uns entgegen. Wunderschön im Abendlicht, auch wenn es die Kulisse von LOTR mit dem Schicksalsberg Mordor ist.
Was passiert nach einem so tollen Tag – wir bekommen erstmalig keinen Platz auf einem großen HolidayParkCamp. „Two options ...“
Wir landen auf einen Camp ohne Einrichtungen, aber mit Wasserhahn und Toilette (kein WC). Reicht für uns, den der Wasserhahn eignet sich bestens für eine Kaltwasserfreiluftdusche und das Klo ist auszuhalten, hatten schon weitaus schlimmeres. Wir sind sogar so zufrieden, dass wir gleich zwei Nächte bleiben.
Also auch zwei Tage um diese unglaubliche Gegend zu erwandern.
1. Tag: Sei 12 h Sonne, keinem Wind und kaum Wolken sind wir mit der Jucy unterwegs und wandern kleine Strecken mit wirklich liebevollen Zielen. Zurück im Infocenter bekommen wir unseren Maori-Text für H. Freuen uns. Aber dann der Wetterbericht für den 2. Tag – 80% Regen und Wind. Mir stehen die Tränen in den Augen. Ist es wirklich so, dass wir den AlpinCrossing nicht machen können?
2. Tag: ich hatte schon am Abend vorher meinen Rucksack gepackt und Brote geschmiert. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Also fahren wir zum Einstieg und André fragt: „It is possible to go the crossing?“ Ich bin total erstaunt, also LOS!
André hat heute am 21.2. einen schweren Tag und ich genieße fast jeden Schritt.
Am Ende poste ich meinen Erfolg auf Instagram, und folge den #tongariro, #tongarirocrossing …
Immer nur Sonnenfotos und lachende Menschen. Ich habe da oben zwei junge Mädels aus Münster kennengelernt, und wir drei hatten besonders From South Crater To Red Crater einige mehr Probleme. Aber geschaft, das zählt.
24. Feb. 2019
The Taupo Volcanic Zone is one of the most active volcanic areas in the world
The zone is about 250km long and ranges from 30-80 km wide, following a North Easterly direction
The Northern end of zone is the active volcano Whakaari (White Island), 48 km of the Bay of Plenty Coast
The Souhtern end is anchored by Volcanes Tongariro, Ngaruhoe and Ruapehu
17 major hydrothermal fields are located in this zone, two of these fields contribute about 5% of NZ‘ total power supply
Wai-O-Tapu is located on the edge of the largest caldera in the Southern Hemisphere, one of four calderas in this zone
In the last 170 years earthquakes in Wellington 1855, Murchison 1929, Christchurch 2011 and Kaikora 2016 have resulted in significant land changes, confirmed New Zealand is „The Shaky Island“
There are 14 000 earthquakes measured in New Zealand (most of which are measurable, but we don‘t feel)
So zu lesen auf den Informationsschildern entlang unserer Tour. Nein, so genau habe ich es bei der Planung nicht gewusst. Vulkane wollte ich unbedingt erleben – vielleicht begehen, bestaunen, ansehen. Diese Zusammenhänge und Auswirkungen auf die Landschaft direkt vor der Kamera zu haben ist faszinierend. Aber der Reihe nach.
Der Tongariro Track steckt mir noch in den Knochen, aber heute sitze ich ja fast nur im Auto. Nach unserer Nacht auf dieser kostenlosen Campsite mit Jugedtreff bis in die Nacht, suchen wir eine Gelegenheit zum morgendlichen Zähne putzen. Landen wir auf doch abseits der Strasse auf einem privatem Bereich mit Café, ländlicher Tierschau und Geothermal Walk mit Laserthermometer. Bis zu 74 °C können wir auf den Steinoberflächen messen. Guter Start in den Tag, aber es beginnt zu regnen.
Der erste Regentag zwingt uns nach Wettervorhersage zu handeln. Erst den Stellplatz sichern, dann aber gleich wieder los. Wai-O-Tapu – Tipp von Campermate – ist ein Bereich mit Geysiren. Es erwartet uns dort aber eine intensive Erinnerung an unsere Fahrt durch den Yellowstone Nationalpark 2006. Etwas kleiner, aber die Farben, die Gerüche, die Steinstrukturen, der Modderblubber sind genau das gleiche. Die Geysire sind direkt dort im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland nicht aktiv, dazu muss man noch weiter fahren. Wie andere Jucy‘s auch werden wir es im Regen nicht tun, schnell in die Tarverne, denn heute wird nicht gekocht. Das erste Essen im Lokal – dicker fetter Burger mit Chips – lekker.
Der Tag in Roturua ist von André geplant. Mit Selbstverständlichkeit kauft er Karten in Te Puia für Whakarewarewa mit Haka. Mit Vorfreude und großem Fotointeresse erleben wir die Darbietung der Maori. Wir sind beeindruckt und gerührt. Ausserdem muss ich ständig an Hennings Geburtstag denken. 30 Jahre ist er nun! Mich interessiert in diesem Museumsbereich aber auch wieder sehr die Besiedlungssgeschichte der Maori. Es wird hier sehr genau das Polynesian Triangle erklärt. Noch nie davon gehört, obwohl Hawei ja schon immer auf unserer Wunschliste stand.
Nach dem Lake Roturua, den wir nur umfahren, kommen wir in Whakatane an. Der Zugang zur White Island – Whakaari in Maori und erstmals am Pazifischen Ozean. Die Legende zu dieser Insel ist so schön wie viele Geschichten, die wir lasen. Für meine neue Kinderbuchsammlung muss ich ein Buch über Maori Geschichten besorgen, deutsch oder englisch/maori?
Nach zwei Tagen wenig Bewegung ist André bereit für eine Wanderung Nga Tapuwae Toi, 18km lang bei Beachtung der tidetimes. Bei hightide ist ein Zwischenstück nicht begehbar. Und … genau: wir werden eine Stunde warten müssen, denn zurück ist für mich keine Option. Es wird eine so schöne Wanderung, dass auch André richtig Spaß hat bis zum scheinbar endlosen Feldwegrückweg. Motiviert durch die Aussicht auf einen LiquorStore Einkauf schaffen wir den Weg. Abends nochmals Regen mit starkem Wind, aber kein Tzunami. Auch wieder so ein ungewöhnliches Warnschild, was uns die nächsten Tage noch häufiger begegnet.
28. Feb. 2019
3. März 2019
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9. März 2019